Viele Wirte bestellen abends nach dem Service. Zum Beispiel so: „2 Kisten vom Weißen wie immer“, dazu ein Rosé, per WhatsApp. Am nächsten Morgen tippst du es ab, schlägst nach, was „wie immer“ war, welcher Preis gilt und an welche Firma die Rechnung geht. Mit einem Bereich für Geschäftskunden im Shop bestellt der Wirt selbst, und Shopify B2B kann das seit April 2026 auch ohne den Plus-Tarif.
Warum Bestellungen per WhatsApp so viel Arbeit machen
Fast jedes Weingut beliefert die Gastronomie. In Rheinland-Pfalz haben 2023 über 96 % der Weingüter mindestens einmal an die Gastronomie geliefert, sie brachte aber nur 8,6 % des Umsatzes, so der Sonderbericht der Hochschule Geisenheim. In den acht größten Anbaugebieten erzielten Weingüter 2023 laut DWI im Schnitt 11,5 % ihres Umsatzes in der Gastronomie. Fast alle liefern also an Restaurants, verdienen dort aber vergleichsweise wenig. Bringt ein Kunde wenig Umsatz und du tippst jede seiner Bestellungen von Hand ab, frisst das einen großen Teil davon auf.
Auch im Handel spielt die Gastronomie eine große Rolle. In einer Befragung der Hochschule Heilbronn zählten 44 % der befragten Weinfachhändler die Gastronomie zu den Kunden, die sie überwiegend bedienen.
Dazu kommt der Datenschutz. Die bayerische Datenschutzaufsicht verlangt bei Kundenkontakt über WhatsApp, dass es immer einen gleichwertigen anderen Weg gibt, und rät zu anderen Messengern. Verboten ist WhatsApp also nicht, als einziger Bestellweg aber wackelig.
Was ein B2B-Bereich im Weinshop können muss
B2B heißt Geschäft zwischen Firmen, hier also dein Verkauf an Restaurants, Hotels und Händler. Der Bereich dafür braucht:
- Anmeldung mit Freischaltung: Du legst das Konto für den Wirt an oder schaltest seine Anfrage frei. Er bekommt eine Einladung per Mail.
- Eigene Preise: für Gastro anders als für Hotels oder Wiederverkäufer.
- Staffeln: ab einer Menge günstiger.
- Nachbestellen: Ein Klick legt die letzte Lieferung wieder in den Warenkorb, die Mengen kann der Wirt danach ändern.
- Kauf auf Rechnung: mit Zahlungsziel statt Vorkasse.
- E-Rechnung: Aus derselben Bestellung entsteht die E-Rechnung für Firmen.
- Ablage in der Warenwirtschaft: Die Bestellung kommt mit Kundennummer an, du tippst nichts mehr ab.
Wie Nachbestellen über eine Preisliste mit Mengenfeldern grundsätzlich aussieht, zeigt unsere Demo Weingut Dehmer, dort für Stammkunden. Die Weinhandlung in unserer Demo Brendle liefert dienstags an Restaurants.
Nettopreise im Shop: was rechtlich gilt
Die Preisangabenverordnung gilt nur gegenüber Verbrauchern, so steht es in § 1 PAngV. Im öffentlichen Shop zeigst du also weiter Preise mit Mehrwertsteuer und Grundpreis. Nettopreise sind für Geschäftskunden in Ordnung.
Dafür muss der Bereich wirklich nur Gewerbekunden offenstehen. Der BGH hat 2010 verlangt, dass ein Händler sich ausdrücklich nur an Gewerbekunden wendet und das mit Kontrollen sicherstellt. Das Urteil erging noch zur alten Fassung der Verordnung. Der sichere Weg ist trotzdem derselbe: Du zeigst Gastropreise erst nach der Anmeldung, schaltest Konten von Hand frei, zum Beispiel gegen Gewerbenachweis, und schreibst gut sichtbar „nur für Gewerbekunden“ dazu.
Shopify B2B: was ohne Plus geht und was nicht
Shopify ist ein verbreitetes Shopsystem, auf dem auch unsere Shops laufen. Seit dem 2. April 2026 gibt es die wichtigsten B2B-Funktionen laut Shopify-Changelog auch in den Tarifen Basic, Grow und Advanced. Vorher brauchtest du dafür Shopify Plus, den deutlich teureren Tarif für große Händler. Ohne Plus bekommst du jetzt:
- Firmenkonten mit Standorten, Ansprechpartnern und Steuernummer
- Zahlungsziele von 7 bis 90 Tagen, laut Hilfe-Center je Firmenstandort einstellbar
- Staffelpreise und Mengenregeln, etwa nur in Schritten von sechs Flaschen
- Nachbestellen alter Bestellungen für angemeldete Kunden
- bis zu drei B2B-Kataloge, also Preislisten für Kundengruppen
Ohne Plus gibt es Preise je Gruppe, zum Beispiel einen Katalog für Gastronomie, einen für Hotels und einen für den Handel. Eigene Preise für ein einzelnes Restaurant gibt es laut Tarifübersicht nur mit Plus. Dieselbe Übersicht nennt eine Voraussetzung: Der Shop muss die neuen Shopify Markets nutzen, weil die Kataloge an Märkten hängen. Die Mehrwertsteuer lässt sich für Geschäftskunden als eigene Zeile ausweisen.
Beim Wein unangenehm sind die Staffelpreise. Sie gelten je Wein und Jahrgang, also je Variante. Sechs Flaschen aus drei verschiedenen Weinen erreichen keine Staffel ab sechs. Gemischte Kartons lösen wir beim Bau mit einer eigenen Regel, die über den ganzen Warenkorb zählt.
Du hast schon einen Shop, aber nicht bei Shopify? Dann frag deinen Anbieter, ob sein System einen Bereich für Geschäftskunden mit eigenen Preisen kann. Für Winestro und Vinou steht unten, wie es dort geht. Oder du ziehst um, dann übernehmen wir Weine, Kunden und Gastropreise als Liste. Der Umzug kostet bei uns ab 500 € zzgl. MwSt. Was Shopify jeden Monat kostet, steht im Artikel Was kostet ein Onlineshop fürs Weingut?.
Wenn Winestro oder Vinou dahinterstehen
In Winestro hängt der Gastropreis an der Kundengruppe. Laut Winestro-Handbuch kannst du eine Preisgruppe als Netto-Preisgruppe anlegen, jeder Kunde steckt in genau einer. Im eigenen Winestro-Shop gehen Händlerpreise nach dem Handbuch über einen zweiten Shop hinter einem Passwort oder über Gutscheincodes.
Rechnungen an Firmenkunden erzeugt Winestro als ZUGFeRD-Rechnung, wenn im Auftrag der Haken dafür gesetzt ist, so steht es im Winestro-Handbuch zur E-Rechnung. Läuft dein Shop auf Shopify, achte auf eine Stelle: Bei der Shopify-Anbindung stellst du in Winestro eine Preiskategorie für alle Shop-Bestellungen ein. Gastrobestellungen landen dann nicht von selbst in der Gastro-Preisgruppe. Damit sie dort landen, stellen wir die Zuordnung beim Einrichten mit ein.
Bei Vinou gibt es im Shop einen Login mit Preisstaffeln, die du dem Kunden in der Warenwirtschaft zuweist, so beschreibt es Vinou. Welcher Weg passt, hängt davon ab, wo du deine Kunden und Preise heute pflegst. Die Preise sollten nur an einer Stelle stehen, sonst pflegst du sie doppelt.
E-Rechnung an die Gastronomie: was ab 2027 gilt
Empfangen müssen alle Betriebe E-Rechnungen schon seit 2025, ein normales E-Mail-Postfach reicht laut BMF-Schreiben vom 15.10.2025. Beim Ausstellen gibt es eine Übergangszeit nach § 27 UStG:
- Für Lieferungen ab 2027 musst du E-Rechnungen an Firmen schicken, wenn dein Gesamtumsatz im Vorjahr über 800.000 € lag.
- Für Lieferungen ab 2028 gilt das für alle.
- Bis dahin, und 2027 bis zu dieser Grenze, darfst du noch Papierrechnungen schicken. Eine PDF-Rechnung geht nur, wenn der Wirt zustimmt.
- Ausgenommen sind Rechnungen bis 250 € brutto nach § 33 UStDV und Kleinunternehmer.
Das BMF sagt ausdrücklich, dass die Pflicht auch für Weingüter mit Durchschnittssatz nach § 24 UStG gilt. Schon zwei, drei Kartons können über 250 € liegen. Ein PDF aus der Textverarbeitung ist keine E-Rechnung im Sinne von § 14 UStG. Für Privatkunden gilt die Pflicht nicht, sie bekommen weiter die normale Rechnung.
Was du brauchst, ist ein Rechnungsprogramm, das E-Rechnungen schreibt. Frag deinen Anbieter, ob es XRechnung oder ZUGFeRD ab Version 2 schreibt. Die ganz einfachen Stufen von ZUGFeRD reichen laut BMF-Schreiben nicht. In Shopify geht das über eine Zusatz-App oder über die Warenwirtschaft, die die Bestellung abrechnet.
Was das bei uns kostet
Den Geschäftskunden-Bereich bauen wir als Baustein zu einem Onlineshop bei uns, der Shop selbst beginnt bei 4.900 € zzgl. MwSt. Im Preisrechner steht der Bereich mit 900 bis 1.600 € zzgl. MwSt. Rechnungen und E-Rechnung kosten bei uns 400 bis 700 € zzgl. MwSt., die Anbindung an deine Winzersoftware 600 bis 1.200 € zzgl. MwSt. Brauchst du alle drei, rechnet dir der Preisrechner die Summe mit dem Shop zusammen. Was Shopify und Apps danach jeden Monat kosten, steht im Artikel über die Kosten eines Onlineshops.
Anmelden muss sich der Wirt einmal selbst, über die Einladung per Mail. Wer lieber weiter per WhatsApp schreibt, darf das. Dann tippst du eben nur noch seine Bestellungen ab.
Sieh dir deinen Gastro-Bereich an
Schick uns deine Weinliste und sag uns, wie viele Restaurants und Hotels du belieferst. Eine grobe Preisliste reicht, die echten Gastropreise trägst du später selbst ein. Wir bauen daraus einen Entwurf deines Bereichs für Geschäftskunden, und du siehst ihn, bevor du etwas bezahlst. Thilo meldet sich selbst, innerhalb von 12 Stunden. Entwurf anfragen
Stand: 2. Oktober 2026. Das ist keine Rechtsberatung. Die Vorschriften findest du auf gesetze-im-internet.de. Ob du in deinem Gastro-Bereich Nettopreise zeigen darfst und wie deine Rechnungen aussehen müssen, klärst du im Zweifel mit deiner Steuerberatung oder einer Kanzlei.

